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seelsorge

Sorge um die Einheit von Geist/Seele/Körper

Seelsorge” ist für mich kein veralteter Begriff. Und auch kein Begriff, der nur im christlichen Kontext Gültigkeit hat. “Seelsorge” heisst: Sorge um die Seele, Sorge für die Seele. Seele, das ist der Mensch in seiner Beziehung zum Absoluten, noch vor jeder Festlegung auf eine bestimmte Religion oder Konfession. Der Mensch als solcher hat eine seelische Dimension. Richtiger sollte man sagen: Der Mensch ist Seele, genauso wie er Geist ist und Körper ist. “Seelsorge” ist damit das Bemühen um das Bewahren bzw. Wiedererlangen der Einheit des Menschen mit sich selbst, mit seinen geistigen, seelischen und körperlichen Anteilen.

Die Weisen und MystikerInnen aus aller Welt sprechen von nichts anderem. Deshalb sind sie uns Wegweiser zu einer anderen Art zu leben. Ihr Rat und ihre Einsicht helfen, den Schleier von unseren Augen zu nehmen.

Im Qigong wird auf systematische Art und Weise die mittlere Ebene zwischen Geist und Körper, die Ebene der Lebenskraft (chinesisch “Qi”) erschlossen, damit von dort aus ein Impuls in beide Richtungen gegeben werden kann – nach “oben” in Richtung Geist und nach “unten” in Richtung Körper/Materie. Diese Erfahrungen decken sich mit christlichen Grunderfahrungen: Erfährt unsere Seele Heilung, so wirkt sich das nach “oben” hin auf unser Verhältnis zum allumfassenden Geist bzw. zu Gott aus (Heil) und nach unten hin auf unser körperliches Wohl (Gesundheit). Das “Qi” hat also die selbe Stellung (das Verbindende zwischen Geist und Körper) wie die “Seele”. Doch mangelt es im christlichen Kontext – bedingt durch die Abwehr “häretischer” Strömungen sowie das Fehlen der Vorstellung, dass der Mensch in seinem Innersten eins sei mit dem Göttlichen -  an einer Wertschätzung des Körpers und damit des gesundheitlichen Aspektes. Diese Lücke schliessen die Übungen des Qigong und stellen so eine Bereicherung dar für ein umfassendes Verständnis von Seelsorge.

In Krisensituationen – ausgelöst durch Probleme in der Familie, in Beziehungen, im Berufsleben, durch akute Krisen, durch Fragen nach dem Sinn und die Suche nach Orientierung, durch leidvolle Erfahrungen im Umgang mit Tod und Trauer oder Schuld – neigen wir dazu, die Ursachen in Teilbereichen unseres Seins zu suchen. Dann ist unser Geist gestresst, unsere Seele verletzt oder unser Körper krank. Demgegenüber ist es von Vorteil, den ganzen Menschen als Einheit von Geist/Seele/Körper im Blick zu behalten und ihn nicht aufzuspalten in einzelne, scheinbar voneinander getrennte Ebenen. So ergeben sich oftmals überraschende Wendungen und Lösungen.

In der Beratung geht es darum,

  • an das heran zu kommen, was im Moment da ist – an Schwierigem, an Festgefahrenem, aber auch bereits an Lösungsimpulsen.
  • die Kraft des Augenblicks zu nutzen, um einen Schritt weiter zu kommen.
  • der Weisheit des Körpers zu folgen.
  • ins Körperliche geronnene (leidvolle) Erfahrungen in Fluss zu bringen.

Im ersten Beratungsgespräch

  • wird vereinbart, ob es bei diesem Gespräch bleibt oder auf welche Art und in welchem Umfang sich beide Seiten eine Beratung vorstellen.
  • wird die gemeinsame Arbeit inhaltlich definiert. Dazu kann die Beratung ergänzt werden durch unterstützende Qigong-Übungen.

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