demnächst ...

« am 14. september 2010 beginnt das modul 'acht brokate (baduanjin)' »

qigong und seelsorge

Qigong und Seelsorge – wechselseitige Ergänzung

Als Theologe und Seelsorger liegt mir das Innere des Menschen am Herzen, das Innerste, die Seele, der Mensch in seinem Bezug zum Absoluten.

Unerwartete Hilfe kam mir von der Seite des Qigong, dem ich mich seit dem Jahr 2000 intensiv widme. Mein Weg führte mich über das Aikido Schritt für Schritt zum Qigong. Hier fand ich, was ich woanders gesucht hatte: einen Weg, die mittlere Ebene anzusprechen, die Ebene des Qi, die Ebene unserer Lebenskraft, die in Beziehung steht zu unserem Geist – aber auch dem absoluten GEIST – und unserem Körper. Auch unsere Seele hat diese Mittler-Funktion. Der Weg der Mitte ist ein Weg, der mitten ins Herz (ein anderer Ausdruck für Seele) führt, ins Innerste. Ich entdeckte eine “Seelsorge”, die Einseitigkeiten vermeidet, den ganzen Menschen einbezieht.

Beim Qigong-Üben kommen bei den Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern immer wieder Fragen und Anliegen an die Oberfläche, die eine Bereicherung für den Unterricht darstellen, in dem Sinne, dass die momentane Situation und Verfasstheit der Teilnehmenden den Verlauf des Kurses beeinflussen kann und soll. Manchmal merkt man aber auch, dass eine vertiefte Auseinandersetzung mit Lebensthemen wünschenswert wäre. Dann kann ein (Seelsorgs-)Gespräch oder auch ein Qigong-Einzelunterricht weiter helfen. Hier kann in einem geschützten Rahmen ausgesprochen werden, was einen innerlich bewegt, und konkret ein Weg der Heilung beschritten werden.

Aus der Möglichkeit, Qigong und Seelsorge miteinander zu verbinden, ergeben sich zweierlei Chancen:

  • Ungelöste Sorgen können den eigenen Übungsfortschritt im Qigong hemmen, oder anders herum gesagt: Wenn man in der Lösung von eigenen Lebensthemen voran schreitet, wirkt sich das auch auf die Fortschritte im Qigong förderlich aus.
  • Qigong-Übungen haben in sich das Potenzial, von einer anderen Seite her Lösungen anzubahnen, nicht rein intellektuell oder emotional, sondern habituell, d.h. über das Einüben körperlicher Haltungen wird das Fundament geschaffen für eine Veränderung der eigenen Werthaltungen.

Mehr zu meinem Verständnis von Seelsorge s. hier.