Qigong verbindet, korrekt ausgeführt, verschiedene wichtige Aspekte zu einer Einheit. Es sind dies yi, qi, li, xing und song.
- yi bezeichnet die Vorstellungskraft. Sie ist der Motor für das Qi wie für das Blut. Es heisst: “Das yi lenkt das qi, das qi lenkt das Blut.” Wir beobachten beim Üben, dass die Hände warm werden, wenn wir uns vorstellen, dass das Qi fliesst. Diese Wärme rührt vom Blut her, das der Bewegung des Qi unmittelbar folgt. Die Kraft des Qigong kommt letztlich aus der Vorstellungskraft.
- qi bezeichnet die Lebenskraft, deren Fluss durch Qigong-Übungen wahrgenommen und reguliert werden kann.
- li bezeichnet die Muskelkraft. Meist verbindet man mit Qigong einen entspannten Zustand und meint damit, dass keinerlei Spannung im Körper ist. Demgegenüber beobachteen Übende aber, dass sich das Fliessen des Qi einstellt, wenn die Muskeln so weit angespannt sind, dass sie den Körper in einer bestimmten Position halten können. Ein Zuviel an Muskelkraft blockiert den Qi-Fluss, ein Zuwenig verhindert ihn aber ebenso. Man kann sich das vielleicht ähnlich vorstellen wie die Spannung einer Saite. Ein schöner Ton kommt erst zustande, wenn die Saite weder zu stark noch zu schwach gespannt ist.
- xing bezeichnet die Form/Struktur. Eine falsche Körperhaltung blockiert den Qi-Fluss ebenfalls und führt dazu, dass sich Qi an den stellen ansammeln, was zu Schmerzen beim Üben selbst oder auch danach führt. Deshalb ist eine gewissenhafte Anleitung durch einen erfahrenen Qigong-Lehrer unerlässlich.
- song bezeichnet eine Haltung der “Entspanntheit” (vielleicht passender als die häufigere Übersetzung “Entspannung”).
Erst die Beachtung all dieser Prinzipien ermöglicht den freien Fluss des Qi in allen drei Ebenen des Menschen: Geist (shen), Lebenskraft (qi) und Körper (jing) und lässt uns als Einheit handeln.
